ich bin immer noch dabei, mich seelisch und körperlich von der Fahrt nach Amsterdam zu erholen. Die Hinfahrt erwies sich als überaus stressig, weil erst einmal Gammlerei am Flughafen bis zur Abfahrt des Busses um 3.45 Uhr (wobei ich hier noch mal erwähnen muss, dass ich unbedingt mal eine tolle Pyjama-Party im Stuttgarter Flughafen machen muss, es gibt absolut keine bessere Party-Location!), dann im Bus die junge Dame vor mir, die sich morgens mit Sicherheit die halbe Parfumflasche ins Dekolleté gekippt hat und der Typ hinter mir, dessen Lebensgeschichte ich mir während der ganzen Fahrt anhören durfte.

Nachdem wir dann nach zehn Stunden in Amsterdam ankamen (Stadtmitte), überfuhren mich erst einmal zig Fahrradfahrer. Danke dafür.
Dann ging es los: Erkundungstour. Was ist also charakteristisch für Amsterdam? Ich würde mal sagen: Sex Shops und Coffee Shops. Und viele Imbissbuden. Und Dreck. Ich habe noch nie so eine hässliche Innenstadt gesehen. Und da hieß es: dreizehn Stunden dort herumgammeln bis zur Rückfahrt. Bei beschissenem Wetter. Da hatte man auch irgendwie keine Lust mehr, groß Party zu machen. Die Zeit verging zu langsam, nirgends konnte man sich in Ruhe ausruhen. Nicht mal das Feuerwerk war toll. Eigentlich relativ wenig schöne Raketen, meist nur dumpfes Geböller. Hat gerockt.

Insgesamt war es auch sehr befremdlich, die ganzen Drogen und das Zubehör „einfach so“ zu bekommen. Und überall der Grasgeruch. Ich fühlte mich irgendwie wie einem schlechten Film, umgeben von Junkies und Leute, die einem immer wieder zuflüsterten: „Hey you, cocaine, ecasty …!“ Es ist schon eine Erfahrung, Amsterdam zu besuchen, keine Frage. Aber keine Erfahrung, die ich mir noch einmal geben würde. Wer gerne Drogen nimmt, ist dort durchaus gut aufgehoben.

… Und dann diese Fahrradfahrer! Mann, die haben mich echt fertig gemacht. Die fahren halt. Immerzu. Ständig. Die haben mit Sicherheit keine Bremsen. Und oft nicht einmal Klingeln. Dann heißt es nur „Schringelingeling!“, und wer nicht weicht, wird überfahren. Die kennen da nichts. Immer voll rein. Die fahren mit Karacho durch eine Masse von Leuten, ohne Halt zu machen. Wer Pech hatte, hing halt nachher irgendwann irgendwie am Gepäckträger fest und wurde gratis und garantiert nicht schmerzfrei durch halb Amsterdam mitgezogen. Absolut suizidverdächtig. Vor allem als wir gegen halb vier morgens den Bus suchten, und alle Fahrradfahrer mit einem warnenden „Happy new year!“ durch die Gegend gurkten. Wer kommt denn bitte auf die Idee, nachts um halb vier mit dem Fahrrad herumzufahren und „Happy new year!“ herumzubrüllen? Meine Fresse, die kennen NICHTS!

Auf dem Rückweg waren viele nicht wirklich mehr nüchtern. Man drehte sich Joints und zog sich Koks durch die Nase. Das führte auch dazu, dass gegen später ein völlig überdrehter Typ ankam, und dem Reiseleiter erklärte, dass sie einen anderen an der letzten Raststätte vergessen hätten. Nach fünfunddreißig Minuten der Weiterfahrt (!), versteht sich. Was uns zusätzliche knappe eineinhalb Stunden zusätzliche Fahrt einbrachte. Der Busfahrer freute sich wie Schnitzel, versichere ich Euch.

Gegen zwei oder drei Uhr mittags kamen wir dann wieder in Stuttgart an. Ich war froh, wieder zu Hause zu sein. Das nächste Mal feier ich mit meiner Familie, esse gemütlich Fondue und schaue „Dinner for one“. Absolut stressfrei und ohne Fahrradfahrer.

***

Amsterdam

2. Januar 2008 um 10:43 Uhr

Retrospektive

21

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21 Kommentare

Ehrlich gesagt, wöllte ich nicht mit dir tauschen….hab n ruhiges Silvester gehabt und ziehe dieses deinen Erfahrungen deutlich vor. War auch mal in Amsterdam und hatte es eigtl positiv in Erfahrung (bis auf die Radfahrer :D), aber da muss ich mir wohl mal ein neues Bild davon machen….:)

Hätte mal noch ne Frage, weil ich grad meinen Blog einrichte und gerne wissen wollte, wo es das Plugin für dieses Qickbar Deluxe Ding gibt. Wollte das Kommentar schreiben etwas erleichtern, aber ich kanns nicht finden. Wär toll wenn du mir behilflich sein könntest :)

Übrigens find ich deine Seite total toll designt und find deine Art Blogeinträge zu schreiben einfach genial XD Also nix dran ändern im neuen Jahr 2008. Außer natürlich das Design, denn ich seh jedes mal wieder gerne neue Designs von dir und lass mich dann gerne überraschen, welche neuen kleinen, verrückten Details du wieder einbringst :)

Grüße
Steph



Ja, Dinner for one ist immer wieder schön. Glückliches Neues Jahr!


äh ja … mein Beileid und natürlich ein tolles Jahr 2008 und viel Erfolg in deiner Ausbildung.

*puh* …. grad noch die Kurve gekrigt :mrgreen:


Amsterdam kenne ich notgedrungen von der Abi-Studienfahrt und wir haben damals leider auch in den ersten Nächten die Innenstadt mit ähnlich schlechten Erfahrungen angesehen.

Außerhalb der Herengracht finden sich dann vereinzelt auch Künsterviertel, die wirklich nett sind. Wir haben damals eine Gegend gefunden, da war jedes zweite Haus ein Steakhouse und dazwischen jeweils eine Jazzkneipe. Dort ist halt das Publikum eher Ende dreißig und oft mit Ehepartner unterwegs.

Glaub aber nicht, dass da Dinner for One läuft.
Ein frohes neues Jahr!


klingt nicht sonderlich toll, nächstes Jahr suchst du dir dann eine „bessere“ Stadt aus ;)


Ja ich feier auch nächstes ja woanderst, nicht daheim *g* Aber mein Start ins neue Jahr war nicht besser ;) . Aber trotzdem alles gute, kann ja nur noch besser werden ;) .


Ich muß in einem anderen Amsterdam gewesen sein, denn ich war ausnahmslos zufrieden dort. Mein Beileid für Deinen Höllentrip! :-(


Doppelte oder unpassende Weihnachtsgeschenke jetzt auf ebay versteigern!

frohes neues.


Wirklich so schlimm? Ich hatte Amsterdam gar nicht so in Erinnerung, aber ich war ja auch noch klein, als ich dort war.
Auf jeden Fall habe ich genossen, ausnahmsweise mal keinen Besuch zu Silvester zu haben, und auch bei niemanden eingeladen gewesen zu sein. Man war das schön ruhig!


Amsterdam ist mit eine der schönsten Städten der Welt :) die Fahrradfahrer gehören genauso dazu wie Käse und Drogen^^ und das weiß man eigtl bevor man da hinfährt *miss.oberschlau.hat.gesprochen* ich muss auch woanders gewesen sein, denn amsterdam ist einfach nur geil :) das tut mir natürlich leid, dass du es nicht so genossen hast… na ja wenn man natürlich nix zum ausruhen hat, ist das schon blöd…
wünsch dir trotzdem ein schönes frohes neues jahr :)
CiAO


10 Stunden Hinfahrt und 10 Stunden Rückfahrt für 13 Stunden da sein? Das lohnt sich doch gar nicht. Mal ganz unabhängig von dem, was man da macht.


Steph: Hätte mal noch ne Frage, weil ich grad meinen Blog einrichte und gerne wissen wollte, wo es das Plugin für dieses Qickbar Deluxe Ding gibt. Wollte das Kommentar schreiben etwas erleichtern, aber ich kanns nicht finden. Wär toll wenn du mir behilflich sein könntest :)

Hallo Steph, für das Plugin müsstest Du mal Zfen anschreiben. Er hat es programmiert, und schickt es Dir bestimmt gerne zu.

der MfG: Mein Beileid

der MfG: äh ja … mein Beileid und natürlich ein tolles Jahr 2008 und viel Erfolg in deiner Ausbildung.
*puh* …. grad noch die Kurve gekrigt :mrgreen:

Äh. Ok. Danke! :mrgreen:

jeannie: Ja, Dinner for one ist immer wieder schön. Glückliches Neues Jahr!

Danke gleichfalls!

Kai: Dort ist halt das Publikum eher Ende dreißig und oft mit Ehepartner unterwegs.

Lieber so als herumbrüllende böllernde Jugendliche.

beta: klingt nicht sonderlich toll, nächstes Jahr suchst du dir dann eine „bessere“ Stadt aus ;)

Nächstes Mal bleib ich zu Hause.

Bloodrose: Aber trotzdem alles gute, kann ja nur noch besser werden ;) .

Hast Du eine Ahnung. Schlimmer geht’s bekanntlich immer.

Zuckerbäckerin: Ich muß in einem anderen Amsterdam gewesen sein, denn ich war ausnahmslos zufrieden dort. Mein Beileid für Deinen Höllentrip! :-(

Du hast wahrscheinlich das bessere Viertel abbekommen. :nixwiss

bogus: Doppelte oder unpassende Weihnachtsgeschenke jetzt auf ebay versteigern!

:liaf

Sascha: Auf jeden Fall habe ich genossen, ausnahmsweise mal keinen Besuch zu Silvester zu haben, und auch bei niemanden eingeladen gewesen zu sein. Man war das schön ruhig!

Glaube ich sofort.

Fr34k: die Fahrradfahrer gehören genauso dazu wie Käse und Drogen^^ und das weiß man eigtl bevor man da hinfährt *miss.oberschlau.hat.gesprochen*

Wusste ich schon. Na ja, was soll’s. :nixwiss

Henning: 10 Stunden Hinfahrt und 10 Stunden Rückfahrt für 13 Stunden da sein? Das lohnt sich doch gar nicht. Mal ganz unabhängig von dem, was man da macht.

Wenn man das Party an Silvester feiern will, reicht das durchaus. Wer die Stadt noch beabsichtigen möchte oder sonstiges, sollte da schon länger buchen.


Jenny: …das Party… …die Stadt noch beabsichtigen…

:fowgel

Ansonsten: Ich find, das lohnt generell nicht. Nicht so sehr, weil man in 13 Stunden nicht so viel machen kann, sondern weil das Verhältnis von Fahrtzeit und Aufenthaltszeit direkt gesagt einfach beschissen ist.


Wer kam auf die Idee mit Amsterdam?


Ich hab bis zu diesem Bericht sogar dran gedacht, mir da nen Job zu suchen und da hin zu ziehen .)


Henning: Ansonsten: Ich find, das lohnt generell nicht. Nicht so sehr, weil man in 13 Stunden nicht so viel machen kann, sondern weil das Verhältnis von Fahrtzeit und Aufenthaltszeit direkt gesagt einfach beschissen ist.

Wenn man einfach nur Party machen will, sind dreizehn Stunden genug, Fenning. Und da kann man „genug machen“. Glaub mir das. ;)

Helmut: Wer kam auf die Idee mit Amsterdam?

Zfen.

Marcel: Ich hab bis zu diesem Bericht sogar dran gedacht, mir da nen Job zu suchen und da hin zu ziehen .)

Go, go! oO


Jenny: Wenn man einfach nur Party machen will, sind dreizehn Stunden genug, Fenning. Und da kann man „genug machen“. Glaub mir das. ;)

Nur für eine Party nehme ich aber keine 20 Stunden Fahrt in Kauf. Nee, nee. Und Geld kostet die Fahrt ja auch noch. Nee, für den Aufwand will ich dann schon mehr haben.


Dieser Trip ist dumm gelaufen. Aber man lernt ja das meiste aus Erfahrung


Vielen dank für Info :) Hab deine Antwort grad erst hier zwischen den Kommentaren gefunden – ich bin total blind!, na gut fast …

Danke :D


[…] Silvester sollte dieses beziehungsweise letztes Jahr ruhiger verlaufen als das Jahr davor – ohne Bekiffte, Nutten oder Fahrradfahrer. Und mit ruhig meine ich, dass ich am 31. bis um acht Uhr nicht mal wusste, wo ich hingehen […]