als Außenstehender nimmt man den Alltag der Medienmenschen und Agenturen oft als bunt glitzernde Welt wahr. Und wir, die Medienmenschen, glauben, dass wir als perfekte Grafiker, Techniker oder Kontakter auf die Welt gekommen sind, weil unser Hobby die Medienwelt ist, das Pixelschubsen, das Entwickeln, das Interesse für die Social-Network-Schiene und das Web.
Und so geht man den Weg dorthin, in diese kleine, bunte Glitzer-Welt, und merkt, dass alles eigentlich gar nicht so ist, wie es dargestellt wird. Nach drei Jahren in dieser Welt, zweieinhalb Jahren Ausbildung und einer lächerlichen Berufserfahrung von einem halben Jahr plus Agenturwechsel habe ich nicht annähernd so viel gesehen wie manch andere, aber eines kann ich mit Sicherheit sagen: nichts ist so vielseitig wie die Medienwelt.

In der Medienwelt lernt man nie aus, und wenn man will, kann man sich unendlich weit entwickeln. Man darf nur nicht eines tun: sich entmutigen lassen und glauben, alles perfekt machen zu können. Es gibt Dinge, die ich früher getan habe, die ich nie wieder tun würde, und es gibt Dinge, die ich gerne tun würde, und bin auf dem besten Weg dorthin. Da ich gerade auch in einen für mich völlig unbekannten Bereich eintauche, bin ich in einer Phase der ständigen Weiterentwicklung. Ich sauge alles, was ich kriegen kann, in mich auf und mache auch hier und dort meine Fehler – das muss sein und das ist okay, denn nur so überschreitet man seine eigenen Grenzen und wächst immer ein wenig mehr über sich hinaus, jeden Tag.

Was ich festgestellt habe: ich liebe die Medienwelt. Eigentlich in all ihren Facetten, obgleich ich auch oft über sie schimpfe. Eigentlich ist es eine Art Hassliebe. Und ich glaube, dass ich langsam merke, dass ich genau dort richtig bin. Es gab eine Zeit, da habe ich daran gezweifelt: Man wird von der Schule, der Uni, irgendwo hineingeschubst, und merkt erst dann, dass alles ganz anders ist, wie es so schön in den Daily Soaps dargestellt wird: Oh, ein Projekt, Scribbles, eine Nacht durchmachen und schon ist ein fantastisches Ding fertig, der Kunde freut sich wie Bolle und lässt die nächsten zehn Projekte, die ebenso fantastisch werden, gleich auch dort abfertigen. Nee, so läuft das nun mal nicht.

Ich werde gerade von unserer Grafikerin in alle Geschäfts- und Grafikbereiche eingeführt, die ich noch nicht kenne, und dann ist sie weg, im Dezember. Und bekommt ihr Baby. Oder ganz viele Babys, weiß man ja nie so genau. Und dann bin nur ich da, und der Trainee. Ich seh mich schon mit meinem Druckberater-Büchlein dasitzen, verzweifelt darin herumblättern … und weiß, dass ich das hinbekommen werde. Und so ein Gefühl zu haben lässt einen gleich ganz anders an die Sache rangehen.

Deswegen: KÄMPFT FÜR EURE TRÄUME! Ach, keine Ahnung. Einfach machen.

P.S.: Ich habe fast elf Gigabyte RAM in meinem Arbeitsrechner … ELF GIGABYTE RAM! Und ich wunderte mich noch, wie Photoshop das mit meinen Fünfhundert-Ebenen-PSD-Dateien macht.

Gedenktag des Tages: Welt-Poliotag.

***

Da bin ich also.

28. Oktober 2010 um 21:11 Uhr

Arbeit, Bla... Bla... Bla..., Ego & I

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13 Kommentare

„Oh, ein Projekt, Scribbles, eine Nacht durchmachen und schon ist ein fantastisches Ding fertig, der Kunde freut sich wie Bolle und lässt die nächsten zehn Projekte, die ebenso fantastisch werden, gleich auch dort abfertigen.“

Ich will aber, dass es so ist. Ich will, ich will, ich will! Lass es machen, dass es so ist…


Ach ihr Kreativen. Der BWL-Teil ist auch nicht so uninteressant ;)


Marcel: Ich will aber, dass es so ist. Ich will, ich will, ich will! Lass es machen, dass es so ist…

/signed.

Nummer Neun: Ach ihr Kreativen. Der BWL-Teil ist auch nicht so uninteressant ;)

:rofl:



sehr schön zusammengefasst und geschrieben. erkenne mich voll und ganz wieder, bis darauf dass ich nix mit print dazu lerne sondern mehr programmierung ;)

ps: die realität „oh oh, ein projekt, scribbles, entwürfe, der kunde will es hässlich anders haben und zwar bis gestern, man arbeitet nur noch nachts (vermutlich um vom kunden schlechter erreichbar zu sein), ein projekt ist irgendwann dann mal fertig – nachdem der kunde endlich alle relevanten daten geschickt hat und man sich den rest ausgedacht hat – und man muss sehen, dass es auch noch bezahlt bekommt…“


Helmut: Hassliebe is gut. 

:kls

tux: ps: die realität „oh oh, ein projekt, scribbles, entwürfe, der kunde will es hässlich anders haben und zwar bis gestern, man arbeitet nur noch nachts (vermutlich um vom kunden schlechter erreichbar zu sein), ein projekt ist irgendwann dann mal fertig – nachdem der kunde endlich alle relevanten daten geschickt hat und man sich den rest ausgedacht hat – und man muss sehen, dass es auch noch bezahlt bekommt…“  

Jaaaaa.


die ram sache hinterlies nun durchaus begeisterung. da kann mein laptop hier nicht mithalten :/

–tb


Ich fass es immer noch nicht….ich will auch so viel RAM!!!! :no:

@ :tux : genau so siehts aus!! :liaf


Ich bin ja eher der Buchstabenschubser. Und ich stimm dir zwar eigentlich zu, aber auch nur, wenn die Chefs kreative Aufträge an Land ziehen und nicht das Gefühl geben, dass immer bloß die gleichen Aufträge für die gleichen Kunden mit den gleichen Inhalten produziert werden müssen. Monat für Monat, Quartal für Quartal. So schüttelt man zwar alles irgendwann nur noch aus dem Ärmel, aber der Spaß bleibt auf der Strecke. Und muss mit bescheuerten Bürofotos und Kuchen kompensiert werden.


tb: die ram sache hinterlies nun durchaus begeisterung. da kann mein laptop hier nicht mithalten :/

Tja. :nixwiss

Saskia: Ich fass es immer noch nicht….ich will auch so viel RAM!!!!

:nixwiss

stiller: Und ich stimm dir zwar eigentlich zu, aber auch nur, wenn die Chefs kreative Aufträge an Land ziehen und nicht das Gefühl geben, dass immer bloß die gleichen Aufträge für die gleichen Kunden mit den gleichen Inhalten produziert werden müssen.

Das sind die Geld-Jobs. Gibt auch andere, leider nicht überwiegend.


Das schöne für mich bei „irgendwas mit Medien“ ist die Abwechslung, die durch die Kunden oder die Aufträge kommen. Man bekommt Einblicke in verschiedene Bereiche und es schadet nicht – und meistens reicht es praktischerweise – von allem ein bisschen was zu wissen. Einfach schön für die Allgemeinbildung.


Marc: Das schöne für mich bei „irgendwas mit Medien“ ist die Abwechslung, die durch die Kunden oder die Aufträge kommen.

Jepp.