wenn man mit wenigen Menschen eng zusammenarbeitet, kommt es ganz stark auf das Menschliche an. Das sagte mir mein Chef beim Vorstellungsgespräch und nun ja, es war mir klar. Wenn man aus einem Sieben-Mann-Betrieb in einen Fünf-Mann-Betrieb kommt, ist das schon vergleichbar. Und wenn man aus einer Großfamilie kommt, ist es fast schon seltsam, wenn das extra erwähnt wird.1

Manchen scheint das aber ganz und gar nicht so zu finden, und schlappen in die Arbeitsumgebung wie die Einzelkinder morgens an den Frühstückstisch. Wir sagen „Einzelkinder“2, weil wir wirklich festgestellt haben, dass sich besonders die sehr schwer an die Regeln halten können. Nicht mal an die typischen Arbeitsregeln, das heißt, pünktliches Kommen, die Mittagspause nicht maßlos überziehen oder so ein Kram. Sondern eher zwischenmenschlich.

Hocken sich an ihren Arbeitsplatz, gaukeln da vor sich hin, können sich teilweise ihre Zeit nicht einteilen, sich nicht organisieren und fragen andere auch nicht um Rat. Und auch diese kleinen Gesten, dem Kollegen mal einen Kaffee mitbringen, ihm vielleicht Arbeit abnehmen, wenn er viel um die Ohren hat, Brötchen für alle mitbringen – das bleibt grundsätzlich aus. Also im Prinzip alles, was die Gruppenzusammengehörigkeit stärkt.

Meine jetzigen Kollegen haben mir Storys erzählt von Mitbewerbern – kommen herein, ohne zu grüßen, gehen, ohne sich zu verabschieden, laufen stur durch ihre kleine eigene Welt und lassen das Selbstverständlichste der Welt aus. Ich kann so was irgendwie absolut nicht nachvollziehen. Ich kenne solche nicht. Ich kenne nur solche, die etwas cholerischer waren und auch mal Stühle an die Wand warfen oder so. Oder mit speziellen Charaktern, die dasselbe gerne mal mit Schimpfwörter taten. Oder Arschlöchern, die ständig auf Azubis herumhackten. Aber das ist okay, weil die irgendwo auch ihre guten Seiten hatten, und wenn es Hart auf Hart kam, auch mal die Haare zurückhielten, wenn man aufm Klo total am Abkotzen war. Ebene Dinge, die zusammenschweißen.

Über all das philosophierten wir, als ich letzten Donnerstag auf Grund meines Geburtstages morgens mit einem Sixpack in die Bahn schlappte, den die Kollegen und ich abends dann noch alle machten. Bier für die Zusammengehörgkeit.

Gedenktag des Tages: Luciafest.


  1. Fragt mich der Kollege doch neulich, ob meine Geschwister und ich alle geplant waren. Wtf. Wie kann man vier Kinder nicht planen – wenn man mal von Hartz-IV-Fernsehsendungen absieht. -.-
  2. Natürlich sind nicht alle Einzelkinder. Nur mal von vorne herein weg, Mann.

***

Einzelkind, oder was?

13. Dezember 2010 um 20:18 Uhr

Arbeit, Bla... Bla... Bla..., Klugschiss

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15 Kommentare

Bei der Frage der Geschwister ist ja auch nicht so unwichtig, ob man Ältester, Jüngster oder irgendwo zwischendrin war. Das macht ja auch nochmal was aus.


Herzlichen Glückwunsch nachträglich!


Henning: Bei der Frage der Geschwister ist ja auch nicht so unwichtig, ob man Ältester, Jüngster oder irgendwo zwischendrin war. Das macht ja auch nochmal was aus.

Ja, bestimmt irgendwie. :nixwiss
Ich hab mich damit nicht näher befasst. Ich weiß lediglich, beziehungsweise, habe festgestellt, dass es noch größere Unterschiede zwischen Einzelkindern und Kindern mit Geschwister gibt. Wie und inwiefern … habe ich jetzt nicht detailliert nachgeforscht.

Felix‘ Welt: Herzlichen Glückwunsch nachträglich!

Merci.


Jenny: … habe ich jetzt nicht detailliert nachgeforscht.

Wär doch was für ne Diplomarbeit. :liaf
Gibt’s aber bestimmt schon.

Aber ist ja auch wirklich logisch. Als „Gruppenkind“ (oder was ist das Gegenteil von Einzelkind?) lernt man halt, dass es noch andere gibt und man nicht alleine auf der Welt und immer der Mittelpunkt ist. Wie man dann mit anderen umgeht, ist ja die zweite Frage. Eher helfen, eher unterbuttern – oder untergebuttert werden? Oder auch eine gesunde Mischung. ;-)
Das hängt letztlich bestimmt wieder vom Alter ab. Außerdem ist man als Ältester ja auch immer eine Zeit lang Einzelkind gewesen. Das bringt nochmal ganz neue Seiten in deine Theorie.




@Fußnote1: Er hat ja gefragt, ob alle geplant waren. Und nicht, ob überhaupt eines der Kinder geplant war.

Wobei ich durchaus eine Familie mit vier Kindern (kein Hartz IV-Talkshow-Milieu) kenne, bei denen nur ein Kind geplant war. Das erste war ein „Ausrutscher“, dann war ein Kind geplant und es wurden Zwillinge, und dann kam, als sie dachten, sie könnten keine Kinder mehr bekommen, noch ein Nachzügler.


Bei meinen Eltern war’s auch witzig. Die wollten zwar eh vier Kinder, aber als dann statt einem dritten gleich zwei auf einmal kamen, waren sie dann doch überrascht. :-)


Henning: Eher helfen, eher unterbuttern – oder untergebuttert werden?

DRAUFTRETEN!

Henning: Das hängt letztlich bestimmt wieder vom Alter ab. Außerdem ist man als Ältester ja auch immer eine Zeit lang Einzelkind gewesen. Das bringt nochmal ganz neue Seiten in deine Theorie.

Ja. Zwei Jahre meines Lebens. Das hat mich geprägt.

Marco: Das erste war ein „Ausrutscher“, dann war ein Kind geplant und es wurden Zwillinge, und dann kam, als sie dachten, sie könnten keine Kinder mehr bekommen, noch ein Nachzügler.

Klar, ich spreche aber von diesem: „Ich verhüte nicht, weiß auch nicht wie’s geht, und lass einfach mal alles auf mich zukommen.“

Henning: Bei meinen Eltern war’s auch witzig. Die wollten zwar eh vier Kinder, aber als dann statt einem dritten gleich zwei auf einmal kamen, waren sie dann doch überrascht. :-)

Und alle haben komischen Namen. :P


Jenny: Ja. Zwei Jahre meines Lebens. Das hat mich geprägt.

Die ersten drei Jahre sollen ja am prägendsten sein. :kls


Henning: Die ersten drei Jahre sollen ja am prägendsten sein. :kls

:kls


Ich war die ersten drei Jahre Einzelkind. oO


Macht die armen Einzelkinder mal nicht so runter. Wir können auch nett sein!


Also ich bin immer lieb und hilfsbereit. Allerdings kommt das mit dem Haare zurückhalten stark drauf an obs an verdorbenem Essen oder zu viel Alkohol liegt. Zweiteres kann ich nicht unterstützen, und somit würde ich da auch nicht helfen *oberlehrerblickaufsetz*


Anna: … obs an verdorbenem Essen oder zu viel Alkohol liegt. Zweiteres kann ich nicht unterstützen, und somit würde ich da auch nicht helfen

Und wenn jemand verdorbenes Essen isst, das unterstützt du? ;-)


Anna-Clara: Macht die armen Einzelkinder mal nicht so runter. Wir können auch nett sein!

Als ob. :bleh:

Anna: Zweiteres kann ich nicht unterstützen, und somit würde ich da auch nicht helfen *oberlehrerblickaufsetz*

:nixwiss


Henning:
Und wenn jemand verdorbenes Essen isst, das unterstützt du?   

Klar ;D
insert „ausversehen“ ;D