Ich, als ich noch jung war.

das Schlimme am Offlinesein ist ja, dass man sich immens schnell daran gewöhnt. Irgendwann geht es mir am Arsch vorbei, was diverse Blogs für Kleinkriege führen, was sie schreiben, ob sie ständig präsent sind oder nicht. Und überhaupt – mich zieht es gerade überhaupt nicht an den Rechner, was unter anderem aber auch daran liegt, dass sich mein Laptop langsam aber sicher aufhängt, der Sack.

Fing an mit der Tastatur, ging über zum Akku, über das DVD-Laufwerk bis hin zum Nicht-mehr-lesen-können von externen Geräten. Das iPhone ist momentan mein einziger Kontakt zur Außenwelt. Und somit krieche ich wieder zurück in meine Steinhöhle und komme nur noch ab und zu raus, um Holz für mein Lagerfeuer zu sammeln, damit ich ein paar Eichhörnchen grillen kann.

Mit was ich mich sonst beschäftige?

Ich hab neulich beispielsweise ein bisschen in meinem Keller gewühlt, und zwar in dem Zeug, das ich vor vier Jahren in meine Umzugskartons packte, als ich von zu Hause auszog. Der Grund war, dass ich endlich einen Walkman bekommen habe, und nun Kassetten brauchte, die ich damit auch anhören kann. Neben meiner Blasmusik-Kassette von Juni 1997 entdeckte ich auch etliche Fotos, Tagebücher und Dinge, von denen ich Euch nichts erzähle, weil das total pervers wäre.

Eines der Fotos ist das hier im Artikel, aufgenommen vor ziemlich genau zehn Jahren. Merkmal noch immer: Augenringe und dieser bestimmte Silberblick.

Auch meine Kassetten-Sammlung ist der absolute Hammer. Meine Geschwister und ich haben uns ja immer unglaublich gerne selbst aufgenommen, und während man das Rattern der Kassette in der Aufnahme hört, erzählen wir absolutes absurdes Zeug und tun so, als ob wir im Radio wären. Sehr amüsant war auch, als ich stundenlang Textpassagen aus meinem Englischbuch der fünften Klasse vorlas und aufnahm, Hauptfiguren waren Asif Ahmed, ein Inder, und Claire, die sich immer darüber stritten, welcher englische Verein besser ist: Manchester United oder Manchester City. Asif Ahmeds gibt es übrigens sehr viele, und wenn ihr wissen wollt, wie Asif Ahmeds aussehen, müsst ihr einfach mal googeln.

Meine Englischkünste haben sich seit der fünften Klasse irgendwie auch wieder zurückentwickelt. War gestern bei uns doch tatsächlich ein Postbote, der nur Englisch sprach, und zwar mit einem Akzent, dass ich dachte, ich treffe Asif Ahmed höchstpersönlich. Hab den nicht verstanden, und das, obwohl ich vor wenigen Sekunden noch bejahte, dass ich Englisch verstehe. Ich hörte die ganze Zeit nur „New York, New York“, und als er mir das Paket in die Hand drückte, verstand ich erst, dass es Retour kam.

Aber gut, meine Englischkenntnisse sollen hier jetzt nicht an vorderster Stelle stehen, sondern meine verzwickte Vergangenheit. Vor genau zehn Jahren hatten wir in der Schule auch das Thema „Wie bewerbe ich mich“, was ziemlich das langweiligste Thema in Gemeinschaftskunde ist, das man haben kann. In diesem Zuge haben wir dann irgendwann mal einen mehrstündigen Ankreuz-Test gemacht, der uns zeigen soll, welche Eigenschaften wir so haben, und was beruflich dazu passt. Fand also den Wisch dazu, der unsere Ergebnisse zusammenfasste:
Während meine Schlüsselqualifikationen Eigenschaften freilegte von wegen „6 Prozent Kontaktfreude“, „88 Prozent Verständnis“ oder „18 Prozent Belastbarkeit“, waren meine Interessen klar ausgeprägt: „100 Prozent EDV/Computer“ und 88 Prozent für meine künstlerische Ader. Ich hätte nach deren Ansicht Fachinformatiker werden sollen, und kann sagen, dass jeder Programmierer froh sein kann, wenn er mich nicht zum Azubi hat. Nun ja, immerhin habe ich nach dem Test nicht ganz den Beruf verfehlt. Und introvertiert, ohne jegliche Kontaktfreude und labil bin ich ja immmer noch, und wie man sieht, kriege ich trotzdem was hin.

Lange rede, kurzer Sinn: Ich bin überhaupt nicht mitteilungsbedürftig und kriege die Feiertage bestimmt auch ohne das Internet rum. Denke ich. Wenn nicht, fange ich wieder an, Topflappen zu häkeln, den Keller hab ich so gut wie durch.

Gedenktag des Tages: Nationalfeiertag in Japan.

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8 Kommentare

Und damals schon mit roten Haaren. :)

Ehrlich, ich hätts nicht erkannt.


Das Foto ist so bezaubernd.


Mir gefällt das Bild. :)

Ich hatte damals wohl dasselbe Englischbuch, zumindest kommen mir die Hauptpersonen seeeeeehr bekannt vor. :D Gabs da nicht noch ’ne Sharon dazu?


Bei dem Foto dachte ich erst, dass der Kajal fehlt. Ok, das tut er auch.:mrgreen:

damit ich ein paar Eichhörnchen grillen kann

Passen gut zu Weihnachten, schmecken bestimmt nussig. :wink:

Das iPhone ist momentan mein einziger Kontakt zur Außenwelt.

Ja, wenn mein PC die Grätsche macht, dann überlege ich auch immer, ob es nicht ohne Internet geht. Und stelle fest: Nein, die ganzen E-Mail die ich jobbedingt bekomme und für die oberflächliche Recherche ist dieses Internet, das da so aus der Wand kommt, sehr praktisch.

Aber wenn man nicht mit der Kiste arbeiten muss (und nichts drucken) dann wäre so ein Tablet-PC wie das Ei-Päd bestimmt völlig ausreichend.

Was man sich mal fürs neue Jahr mal vornehmen könnte, ist ab 18 Uhr nicht mehr in die E-Mail zu gucken. Und einen internetfreien Tag. Und einen Tag ohne Schokolade…

SchöneFest und schönes Neues.


du schreibst immer so cool – wenn ich aus deinem blockhaus komme bin ich immer ein bißchen verzaubert


Frohe Weihnachten, Jennylein!


Daniel: Ehrlich, ich hätts nicht erkannt. 

oO

Marcel: Das Foto ist so bezaubernd.  

Danke ..! :)

Stefanie: Ich hatte damals wohl dasselbe Englischbuch, zumindest kommen mir die Hauptpersonen seeeeeehr bekannt vor. Gabs da nicht noch ’ne Sharon dazu?  

Klar, die Brünette! Und Dave, so ein Rothaariger. Von allem was dabei.

Marc: Bei dem Foto dachte ich erst, dass der Kajal fehlt. Ok, das tut er auch.:mrgreen:

Kajal bei Kurzsichtigen. :fowgel

Marc: Ja, wenn mein PC die Grätsche macht, dann überlege ich auch immer, ob es nicht ohne Internet geht. Und stelle fest: Nein, die ganzen E-Mail die ich jobbedingt bekomme und für die oberflächliche Recherche ist dieses Internet, das da so aus der Wand kommt, sehr praktisch.

Ich muss sagen, dass ich in letzter Zeit einfach aus Gewohnheit Mails checke oder ähnliches. Brauchen tu ich es eigentlich nicht, irgendwie schaffe ich es, mich auch so genügend auszulasten. Irgendwie.

Marc: SchöneFest und schönes Neues.  

Ebenso. :)

blitzmerker: du schreibst immer so cool – wenn ich aus deinem blockhaus komme bin ich immer ein bißchen verzaubert  

Danke. :X

Matthias: Frohe Weihnachten, Jennylein!  

Ebenso! :)


Ja, so eine Zeit lang ohne Internet würde mir auch mal gut tun. Aber irgendwie habe ich Angst davor. Keine Ahnung warum, aber ich weiß, dass ich das nicht möchte.
Die zwei Wochen im Urlaub, die waren in Ordnung. War aber dann doch wieder froh, zu Hause die Leitungen glühen zu lassen.