Archiv der Kategorie Arbeit

so. Nun hab ich endlich Photoshop installiert und fühle mich wieder wie ein freier Mensch. Außerdem hab ich heute Freundschaft mit unserem Proofer geschlossen – klassische Werbeagenturen haben so was – da wir in der Agentur davor keine klassische Werbeagentur waren, hatten wir auch keinen Proofer. Deswegen legte mir die Kollegin das Ding mit dem Kommentar „Ähm, ich leg das dann mal da auf den Tisch …“ auf den Tisch, beziehungsweise, über drei Tische, und ja. In Originalgröße, stolze zweieinhalb Meter, wenn auch nur ein Zehntel davon.

Nach diesem Highlight war ich heute Abend im Stuttgarter Theaterhaus, um mir Wladimir Kaminer anzuschauen. Hört man ja viel Gutes davon, also bestellte ich mir einfach spontan Karten, ohne jemals ein Buch gelesen zu habe. Nach den Karten bestellte ich dann noch das Buch „Russendisko“. Fand ich jetzt nicht so prall, aber findet man auch nur dann prall, wenn man die ganze Geschichte irgendwie nachvollziehen kann oder live dabei war. Sagt der Freund, und der muss es ja wissen.
Die Lesung war trotzdem wirklich sehr, sehr lustig (kann ich nur empfehlen) was wohl allein schon an dem Akzent lag und dem Fakt, dass er kein einziges Mal eine ausgelutschte Russen-Wodka-Geschichte brachte.

Den Rest der letzten paar Arbeitstage versuchte ich mich wieder, in das Alltagsleben einzuleben, was nach den zwei Wochen Weihnachtsurlaub, und dank Feiertag dreitägiger erster Arbeistwoche, gar nicht einfach ist. Vor allem mit jetziger Sechs-Tages-Woche mit Fotoshooting am Samstag. Aber wird schon. Langsam weiß ich auch wieder die DIN-Formate auswendig. Kann ich immer noch nicht, aber klingt gut.

In diesem Sinne gönne ich mir jetzt meinen Schönheitsschlaf, der mir in den letzten Tagen sehr gefehlt hat. Und zugenommen hab ich auch.

Gedenktag des Tages: National Youth Day.

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Kängurus

12. Januar 2011 um 00:25 Uhr

Arbeit, Retrospektive

2

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wenn man mit wenigen Menschen eng zusammenarbeitet, kommt es ganz stark auf das Menschliche an. Das sagte mir mein Chef beim Vorstellungsgespräch und nun ja, es war mir klar. Wenn man aus einem Sieben-Mann-Betrieb in einen Fünf-Mann-Betrieb kommt, ist das schon vergleichbar. Und wenn man aus einer Großfamilie kommt, ist es fast schon seltsam, wenn das extra erwähnt wird.1

Manchen scheint das aber ganz und gar nicht so zu finden, und schlappen in die Arbeitsumgebung wie die Einzelkinder morgens an den Frühstückstisch. Wir sagen „Einzelkinder“2, weil wir wirklich festgestellt haben, dass sich besonders die sehr schwer an die Regeln halten können. Nicht mal an die typischen Arbeitsregeln, das heißt, pünktliches Kommen, die Mittagspause nicht maßlos überziehen oder so ein Kram. Sondern eher zwischenmenschlich.

Hocken sich an ihren Arbeitsplatz, gaukeln da vor sich hin, können sich teilweise ihre Zeit nicht einteilen, sich nicht organisieren und fragen andere auch nicht um Rat. Und auch diese kleinen Gesten, dem Kollegen mal einen Kaffee mitbringen, ihm vielleicht Arbeit abnehmen, wenn er viel um die Ohren hat, Brötchen für alle mitbringen – das bleibt grundsätzlich aus. Also im Prinzip alles, was die Gruppenzusammengehörigkeit stärkt.

Meine jetzigen Kollegen haben mir Storys erzählt von Mitbewerbern – kommen herein, ohne zu grüßen, gehen, ohne sich zu verabschieden, laufen stur durch ihre kleine eigene Welt und lassen das Selbstverständlichste der Welt aus. Ich kann so was irgendwie absolut nicht nachvollziehen. Ich kenne solche nicht. Ich kenne nur solche, die etwas cholerischer waren und auch mal Stühle an die Wand warfen oder so. Oder mit speziellen Charaktern, die dasselbe gerne mal mit Schimpfwörter taten. Oder Arschlöchern, die ständig auf Azubis herumhackten. Aber das ist okay, weil die irgendwo auch ihre guten Seiten hatten, und wenn es Hart auf Hart kam, auch mal die Haare zurückhielten, wenn man aufm Klo total am Abkotzen war. Ebene Dinge, die zusammenschweißen.

Über all das philosophierten wir, als ich letzten Donnerstag auf Grund meines Geburtstages morgens mit einem Sixpack in die Bahn schlappte, den die Kollegen und ich abends dann noch alle machten. Bier für die Zusammengehörgkeit.

Gedenktag des Tages: Luciafest.


  1. Fragt mich der Kollege doch neulich, ob meine Geschwister und ich alle geplant waren. Wtf. Wie kann man vier Kinder nicht planen – wenn man mal von Hartz-IV-Fernsehsendungen absieht. -.-
  2. Natürlich sind nicht alle Einzelkinder. Nur mal von vorne herein weg, Mann.

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Einzelkind, oder was?

13. Dezember 2010 um 20:18 Uhr

Arbeit, Bla... Bla... Bla..., Klugschiss

15

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Bald Ex-Kollegin.

8. Dezember 2010 um 00:09 Uhr

Arbeit, Brotlose Kunst, Kurz & knackig

1

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Karte

hier ein kleiner Einblick in ein kleines Projekt, an dem ich beteiligt bin. Seit Montagabend bin ich da nun dran, hatte Freitag auch frei, um mich völlig an der Deutschlandkarte austoben zu können. Dafür hätte ich schon alleine zwanzig Bier gebraucht, um den Schmerz zu verdrängen – denn färbt mal über fünfhundert Großräume in Deutschland ein, fasst sie zusammen, oder teilt sie. Das Fehlen der zwanzig Bier hat sich extrem auf mein Äußeres ausgewirkt, ich sehe inzwischen unvorzeigbar aus. Also so wie immer.

Weil ich gerade total viel am Rechner abhänge und arbeite, habe ich meine Sozialkontakte auch stark vernachlässigt, weshalb ich heute Abend noch kurz bei einem Geburtstag vorbei schauen werde, damit ich mal wieder unter Menschen komme und somit einen Grund zum Duschen habe. Davor haue ich mir vom Chinesen gegenüber noch eine Runde in Glutamat getränktes Essen rein, damit ich wieder von etwas anderem Magenschmerzen bekomme, als von meiner Laktoseintoleranz.

Schon lange keine Party mehr gehabt. Die nächste ist erst wieder nächstes Wochenende, am achtzigsten Geburtstag meiner Oma. Bei Familienfeiern steppt ja eh immer der Bär. Ach was sage ich, eine ganze Herde von Bären. Und weil das so spannend ist, hatte meine Mutter die hervorragende Idee, eine Art Playback-Show mit Liedern aus dem letzten Jahrtausend zu veranstalten, wofür ich natürlich sofort Feuer und Flamme war – mit Vicky Leandros „L‘amour est bleu“ oder so. Nicht.
Mir ist es ja immer schleierhaft, was alle so geil an diesen Gedichten finden, die auf jeder Familienfeier irgendwo aufs Alter angepasst aufsagt werden oder eben diese, hm, Schauspiele. Noch schlimmer ist es aber, wenn jemand seine Gitarre auspackt und was singt, aber gar nicht singen kann. Vielleicht deshalb auch die Idee der Playback-Show. Mhm.

Mein Plan für dieses Jahr ist, meiner Oma alle halbe Stunde Schnaps in ihr Wasser unterzumischen, dann wird’s vielleicht noch richtig lustig. Wenn das nicht hilft, trink ich ihn einfach selbst und nehme dann vielleicht sogar noch an der Playback-Show teil. Könnte sogar noch lustiger sein. Fragt sich nur, für wen. Wir werden sehen, ich werde berichten.

Jetzt setze ich mir meine Mütze auf, um meine Haarpracht zu verdecken, damit der Chinese mich nicht gleich wieder aus seinem Imbiss schickt, weil er denkt, ich sei ein Obdachloser, der einen seiner Kois klauen will, um ihn bei Nacht über seiner brennenden Tonne zu grillen.

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Ein kurzer Zwischenruf

13. November 2010 um 17:30 Uhr

Arbeit, Bla... Bla... Bla...

6

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als Außenstehender nimmt man den Alltag der Medienmenschen und Agenturen oft als bunt glitzernde Welt wahr. Und wir, die Medienmenschen, glauben, dass wir als perfekte Grafiker, Techniker oder Kontakter auf die Welt gekommen sind, weil unser Hobby die Medienwelt ist, das Pixelschubsen, das Entwickeln, das Interesse für die Social-Network-Schiene und das Web.
Und so geht man den Weg dorthin, in diese kleine, bunte Glitzer-Welt, und merkt, dass alles eigentlich gar nicht so ist, wie es dargestellt wird. Nach drei Jahren in dieser Welt, zweieinhalb Jahren Ausbildung und einer lächerlichen Berufserfahrung von einem halben Jahr plus Agenturwechsel habe ich nicht annähernd so viel gesehen wie manch andere, aber eines kann ich mit Sicherheit sagen: nichts ist so vielseitig wie die Medienwelt.

In der Medienwelt lernt man nie aus, und wenn man will, kann man sich unendlich weit entwickeln. Man darf nur nicht eines tun: sich entmutigen lassen und glauben, alles perfekt machen zu können. Es gibt Dinge, die ich früher getan habe, die ich nie wieder tun würde, und es gibt Dinge, die ich gerne tun würde, und bin auf dem besten Weg dorthin. Da ich gerade auch in einen für mich völlig unbekannten Bereich eintauche, bin ich in einer Phase der ständigen Weiterentwicklung. Ich sauge alles, was ich kriegen kann, in mich auf und mache auch hier und dort meine Fehler – das muss sein und das ist okay, denn nur so überschreitet man seine eigenen Grenzen und wächst immer ein wenig mehr über sich hinaus, jeden Tag.

Was ich festgestellt habe: ich liebe die Medienwelt. Eigentlich in all ihren Facetten, obgleich ich auch oft über sie schimpfe. Eigentlich ist es eine Art Hassliebe. Und ich glaube, dass ich langsam merke, dass ich genau dort richtig bin. Es gab eine Zeit, da habe ich daran gezweifelt: Man wird von der Schule, der Uni, irgendwo hineingeschubst, und merkt erst dann, dass alles ganz anders ist, wie es so schön in den Daily Soaps dargestellt wird: Oh, ein Projekt, Scribbles, eine Nacht durchmachen und schon ist ein fantastisches Ding fertig, der Kunde freut sich wie Bolle und lässt die nächsten zehn Projekte, die ebenso fantastisch werden, gleich auch dort abfertigen. Nee, so läuft das nun mal nicht.

Ich werde gerade von unserer Grafikerin in alle Geschäfts- und Grafikbereiche eingeführt, die ich noch nicht kenne, und dann ist sie weg, im Dezember. Und bekommt ihr Baby. Oder ganz viele Babys, weiß man ja nie so genau. Und dann bin nur ich da, und der Trainee. Ich seh mich schon mit meinem Druckberater-Büchlein dasitzen, verzweifelt darin herumblättern … und weiß, dass ich das hinbekommen werde. Und so ein Gefühl zu haben lässt einen gleich ganz anders an die Sache rangehen.

Deswegen: KÄMPFT FÜR EURE TRÄUME! Ach, keine Ahnung. Einfach machen.

P.S.: Ich habe fast elf Gigabyte RAM in meinem Arbeitsrechner … ELF GIGABYTE RAM! Und ich wunderte mich noch, wie Photoshop das mit meinen Fünfhundert-Ebenen-PSD-Dateien macht.

Gedenktag des Tages: Welt-Poliotag.

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Da bin ich also.

28. Oktober 2010 um 21:11 Uhr

Arbeit, Bla... Bla... Bla..., Ego & I

13

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