Archiv der Kategorie Bla... Bla... Bla...

„Jenny, was hast Du eigentlich in Deiner Tasche, wenn Du sie mal dabei hast?“

Nicht auf dem Bild:

  • Mein iPhone. Irgendwo müssen die qualitativ guten Bilder ja herkommen.
  • Mein Laptop und Tastatur. Meist ziemlich der einzige Grund, um eine Tasche mit mir herumzutragen.

Auf dem Bild:

  • Papierkram, das heißt, Retouren-Scheine für Amazon, Blogeinträge meines Bruder, ausgedruckt, für meinen Vater, bis er es schafft, ins Internet zu kommen. Dauert bestimmt nicht mehr lang, er kann inzwischen mit T9 schreiben.
  • Philadelphia – Frischkäse mit Milka-Schokoladen-Geschmack. Ich habe keine Ahnung, wer sich so etwas Pervereses ausgedacht hat, ich hab’s jedenfalls in unserer Mittagspausen-Stamm-Location zum Testen bekommen. Wer es für mich testen möchte, darf sich gerne melden.
  • Mein Geldbeutel. Mit einem Euro vierundfünfzig. Und fragt mich nicht, was sich noch auf dem Konto befindet – nur eines: das neue Gehalt ist herzlich willkommen.
  • Eine Kinokarte für den Film „Oba Bleiba!“, eine Dokumentation über Stuttgart 21, die von Menschen zusammengeschnitten wurde, die keine Ahnung von Ästhetik oder Sound-Qualität haben. Der „Soundtrack“ stammt zu neunzig Prozent von Christine Busch, eine der vielen Menschen, die gegen Stuttgart 21 sind, und das mit ihrer Geige zum Ausdruck brachte. Ihr Vater fährt inzwischen nur noch mit der Bahn bis Stuttgart-Bad Cannstatt, um den Rest des Weges nach Stuttgart mit dem Rad anzutreten, weil er das „überhaupt nicht einsieht“. Leute, get a life.
  • Eine Mini-Christbaumkugel. Von Saskia. Aus ihrer Jackentasche. Sie wusste auch nicht, wie die da reinkam, jedenfalls liegt sie jetzt in meiner Tasche.
  • Ein Fünf-Cent-Stück. Für harte Zeiten … also für jetzt.
  • Kopfhörer für mein iPhone.
  • Mein Schlüssel an einem blauen Schlüsselband, das ich bestimmt schon seit zehn Jahren besitze. Zumindest sieht es so aus.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

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Viele Menschen fragten mich:

23. Januar 2011 um 09:58 Uhr

Bla... Bla... Bla...

8

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Ich, als ich noch jung war.

das Schlimme am Offlinesein ist ja, dass man sich immens schnell daran gewöhnt. Irgendwann geht es mir am Arsch vorbei, was diverse Blogs für Kleinkriege führen, was sie schreiben, ob sie ständig präsent sind oder nicht. Und überhaupt – mich zieht es gerade überhaupt nicht an den Rechner, was unter anderem aber auch daran liegt, dass sich mein Laptop langsam aber sicher aufhängt, der Sack.

Fing an mit der Tastatur, ging über zum Akku, über das DVD-Laufwerk bis hin zum Nicht-mehr-lesen-können von externen Geräten. Das iPhone ist momentan mein einziger Kontakt zur Außenwelt. Und somit krieche ich wieder zurück in meine Steinhöhle und komme nur noch ab und zu raus, um Holz für mein Lagerfeuer zu sammeln, damit ich ein paar Eichhörnchen grillen kann.

Mit was ich mich sonst beschäftige?

Ich hab neulich beispielsweise ein bisschen in meinem Keller gewühlt, und zwar in dem Zeug, das ich vor vier Jahren in meine Umzugskartons packte, als ich von zu Hause auszog. Der Grund war, dass ich endlich einen Walkman bekommen habe, und nun Kassetten brauchte, die ich damit auch anhören kann. Neben meiner Blasmusik-Kassette von Juni 1997 entdeckte ich auch etliche Fotos, Tagebücher und Dinge, von denen ich Euch nichts erzähle, weil das total pervers wäre.

Eines der Fotos ist das hier im Artikel, aufgenommen vor ziemlich genau zehn Jahren. Merkmal noch immer: Augenringe und dieser bestimmte Silberblick.

Auch meine Kassetten-Sammlung ist der absolute Hammer. Meine Geschwister und ich haben uns ja immer unglaublich gerne selbst aufgenommen, und während man das Rattern der Kassette in der Aufnahme hört, erzählen wir absolutes absurdes Zeug und tun so, als ob wir im Radio wären. Sehr amüsant war auch, als ich stundenlang Textpassagen aus meinem Englischbuch der fünften Klasse vorlas und aufnahm, Hauptfiguren waren Asif Ahmed, ein Inder, und Claire, die sich immer darüber stritten, welcher englische Verein besser ist: Manchester United oder Manchester City. Asif Ahmeds gibt es übrigens sehr viele, und wenn ihr wissen wollt, wie Asif Ahmeds aussehen, müsst ihr einfach mal googeln.

Meine Englischkünste haben sich seit der fünften Klasse irgendwie auch wieder zurückentwickelt. War gestern bei uns doch tatsächlich ein Postbote, der nur Englisch sprach, und zwar mit einem Akzent, dass ich dachte, ich treffe Asif Ahmed höchstpersönlich. Hab den nicht verstanden, und das, obwohl ich vor wenigen Sekunden noch bejahte, dass ich Englisch verstehe. Ich hörte die ganze Zeit nur „New York, New York“, und als er mir das Paket in die Hand drückte, verstand ich erst, dass es Retour kam.

Aber gut, meine Englischkenntnisse sollen hier jetzt nicht an vorderster Stelle stehen, sondern meine verzwickte Vergangenheit. Vor genau zehn Jahren hatten wir in der Schule auch das Thema „Wie bewerbe ich mich“, was ziemlich das langweiligste Thema in Gemeinschaftskunde ist, das man haben kann. In diesem Zuge haben wir dann irgendwann mal einen mehrstündigen Ankreuz-Test gemacht, der uns zeigen soll, welche Eigenschaften wir so haben, und was beruflich dazu passt. Fand also den Wisch dazu, der unsere Ergebnisse zusammenfasste:
Während meine Schlüsselqualifikationen Eigenschaften freilegte von wegen „6 Prozent Kontaktfreude“, „88 Prozent Verständnis“ oder „18 Prozent Belastbarkeit“, waren meine Interessen klar ausgeprägt: „100 Prozent EDV/Computer“ und 88 Prozent für meine künstlerische Ader. Ich hätte nach deren Ansicht Fachinformatiker werden sollen, und kann sagen, dass jeder Programmierer froh sein kann, wenn er mich nicht zum Azubi hat. Nun ja, immerhin habe ich nach dem Test nicht ganz den Beruf verfehlt. Und introvertiert, ohne jegliche Kontaktfreude und labil bin ich ja immmer noch, und wie man sieht, kriege ich trotzdem was hin.

Lange rede, kurzer Sinn: Ich bin überhaupt nicht mitteilungsbedürftig und kriege die Feiertage bestimmt auch ohne das Internet rum. Denke ich. Wenn nicht, fange ich wieder an, Topflappen zu häkeln, den Keller hab ich so gut wie durch.

Gedenktag des Tages: Nationalfeiertag in Japan.

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wenn man mit wenigen Menschen eng zusammenarbeitet, kommt es ganz stark auf das Menschliche an. Das sagte mir mein Chef beim Vorstellungsgespräch und nun ja, es war mir klar. Wenn man aus einem Sieben-Mann-Betrieb in einen Fünf-Mann-Betrieb kommt, ist das schon vergleichbar. Und wenn man aus einer Großfamilie kommt, ist es fast schon seltsam, wenn das extra erwähnt wird.1

Manchen scheint das aber ganz und gar nicht so zu finden, und schlappen in die Arbeitsumgebung wie die Einzelkinder morgens an den Frühstückstisch. Wir sagen „Einzelkinder“2, weil wir wirklich festgestellt haben, dass sich besonders die sehr schwer an die Regeln halten können. Nicht mal an die typischen Arbeitsregeln, das heißt, pünktliches Kommen, die Mittagspause nicht maßlos überziehen oder so ein Kram. Sondern eher zwischenmenschlich.

Hocken sich an ihren Arbeitsplatz, gaukeln da vor sich hin, können sich teilweise ihre Zeit nicht einteilen, sich nicht organisieren und fragen andere auch nicht um Rat. Und auch diese kleinen Gesten, dem Kollegen mal einen Kaffee mitbringen, ihm vielleicht Arbeit abnehmen, wenn er viel um die Ohren hat, Brötchen für alle mitbringen – das bleibt grundsätzlich aus. Also im Prinzip alles, was die Gruppenzusammengehörigkeit stärkt.

Meine jetzigen Kollegen haben mir Storys erzählt von Mitbewerbern – kommen herein, ohne zu grüßen, gehen, ohne sich zu verabschieden, laufen stur durch ihre kleine eigene Welt und lassen das Selbstverständlichste der Welt aus. Ich kann so was irgendwie absolut nicht nachvollziehen. Ich kenne solche nicht. Ich kenne nur solche, die etwas cholerischer waren und auch mal Stühle an die Wand warfen oder so. Oder mit speziellen Charaktern, die dasselbe gerne mal mit Schimpfwörter taten. Oder Arschlöchern, die ständig auf Azubis herumhackten. Aber das ist okay, weil die irgendwo auch ihre guten Seiten hatten, und wenn es Hart auf Hart kam, auch mal die Haare zurückhielten, wenn man aufm Klo total am Abkotzen war. Ebene Dinge, die zusammenschweißen.

Über all das philosophierten wir, als ich letzten Donnerstag auf Grund meines Geburtstages morgens mit einem Sixpack in die Bahn schlappte, den die Kollegen und ich abends dann noch alle machten. Bier für die Zusammengehörgkeit.

Gedenktag des Tages: Luciafest.


  1. Fragt mich der Kollege doch neulich, ob meine Geschwister und ich alle geplant waren. Wtf. Wie kann man vier Kinder nicht planen – wenn man mal von Hartz-IV-Fernsehsendungen absieht. -.-
  2. Natürlich sind nicht alle Einzelkinder. Nur mal von vorne herein weg, Mann.

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Einzelkind, oder was?

13. Dezember 2010 um 20:18 Uhr

Arbeit, Bla... Bla... Bla..., Klugschiss

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als ich heute aufstand und meine Haarpracht begutachtete, fühlte ich mich wie in den Achtzigern.

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Haarig

2. Dezember 2010 um 08:24 Uhr

Bla... Bla... Bla...

14

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dinge, die ich immer mal machen wollte, aber eigentlich total unnütz sind: sich die Haare vom Friseur färben lassen.

Und zwar Rot. Also, so richtig. Die Friseurin schlug mir ein dunkles Rot vor, ich tippte auf der Farbpalette (ich bin photoshop-geschädigt) auf ein Kupferrot. Die Friseurin wieder auf das dunkle Rot. Mhm, irgendwie blieb es nun auf beim dunklen Rot, was auch eine ganz gute Entscheidung war, weil das Haar jetzt gleichmäßig dunkel gefärbt ist.

Haare selbst färben ist eigentlich keine Kunst. Und ich meine nicht dieses: „Ach, ich kann alles eigentlich eh viel besser als jeder andere Dienstleister, weil ich die Instrumente dazu habe.“ Es geht echt einfach. Inzwischen sind die ganzen Anwendungen so konzipiert, dass es einfach zu mischen ist und auch überhaupt nicht tropft. Gut, man braucht bestimmtes Wissen, beispielsweise, dass man schwarzes Haar nicht blondiert oder blondes Haar nicht schwarz färbt. Diese Fehler macht man aber auch nur einmal, weil man danach aussieht wie ’n Alien.

Aber auch mal da zu sitzen, und festzustellen, dass es total affig aussieht, wenn man nur den Ansatz gefärbt hat, weil der Rest der Haarpracht absteht – wirklich, fantastisch. Gepaart mir der roten, noch kranken Nase – Hammer. Jeder, der an mir vorbeiging, hatte einen innerlichen Lachanfall, ich schwör’s Euch. Und auch die Zeitschriftenauswahl – Gala, Für Sie, OK! – ich wusste gar nicht, wo ich bei der intellektuellen Masse an Artikeln anfangen sollte und wo aufhören.

Nun ja, jetzt hab ich’s auch mal getestet, und weiß, dass ich das genauso gut selbst machen kann. Ich Genie. Abgesehen von Blond, Blond färbt man sich niemals selbst. Aber auch das lernt man irgendwann, wenn man sich selbst die Haare färbt und danach aussieht wie ’n Alien.

Überrascht hat mich eigentlich nur der Preis. Irgendwie dachte ich, bei färben und schneiden geht das preislich über den Hunni hinaus – waren aber nur knapp fünfundsechzig. Ok, weniger als gedacht, aber mehr, als hätte sein müssen.

Aber passt, hab schließlich erst Gehalt bekommen.

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