Archiv der Kategorie Station57

Ende.

irgendwann kommt man an den Punkt, wo einem die alten Klamotten nicht mehr passen. Den Satz kann man wohl auf ziemlich alles im Leben übertragen, und das einzusehen und letztendlich was dagegen zu tun – das sind zwei Schritte, die ziemlich weit auseinander liegen.

Sich das einzugestehen und damit mehr als sechs Jahre hinter sich zu lassen ist schon schwer. Ich meine, allein schon, was in dieser Zeit alles passiert ist – ein viertel meines Lebens steckt in dieses Worten, in diesen 977 Artikeln. Von der „unbeschwerten Achtzehnjährigen“, die ich zu Beginn war, bis jetzt, wo ich – ich weiß nicht, wie ich es mit den richtigen Worten formulieren soll – Dinge erfahren habe, die wunderschön, irgendwie anders und gleichzeitig sehr traurig gewesen sind. Irgendwie ist ein Stück Leichtigkeit gegangen, vielleicht auch Naivität – was nicht heißt, dass ich schweren Herzens durch die Gegend ziehe, ganz im Gegenteil – und ein Stück mehr Ich zurückgeblieben.

Ich habe mich lange dazu verleiten zu lassen, am Alten hängen zu bleiben, vielleicht noch etwas herauszuholen. Aber Fakt ist, dass es nicht mehr möglich ist. Dass es mir hier nicht mehr gelingt, ehrlich zu bloggen – und damit meine ich, wirklich die Dinge zu schreiben, die ich so meine, die ich empfinde und auch, die mich und meine Person widerspiegeln – liegt daran, dass ich gerade versuche, mich in eine Hülle zu quetschen, die mir nicht mehr passt.

Ich bin aus diesem Blog herausgewachsen.

Ich merke, dass die Zeit gekommen ist, um etwas zu ändern. Mich weiterzuentwickeln. Sich zurückzuziehen, und dann, wenn die Zeit reif ist, wieder da zu sein. Vielleicht nicht so, wie man es gewohnt ist oder kennt, aber so, dass ich wieder die richtigen Worte finden kann.

Dieser Blog wird geschlossen und bleibt es auch. Und mit ihm geht eine wunderschöne, lange Zeit zu Ende.

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Ende

31. Januar 2011 um 20:43 Uhr

Ego & I, Retrospektive, Station57

60

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ich komme von meinem allerersten Junggesellinnenabschied nach Hause, und bekomme eine Mail, das mein Blog heute sechs Jahre alt geworden ist. Scheiße, meine Freundinnen, die alle jünger sind als ich, fangen an zu heiraten, ich bin nicht mal ansatzweise schwanger, vergesse aber, dass mein Blog heute Geburtstag hat. Ich weiß nicht, wo das hinführt. Vielleicht zur Torschlusspanik oder schlimmstenfalls Midlife-Crisis.

Früher hätte ich zu diesem Anlass ein neues Layout gebastelt, die Stunden und Minuten gezählt, runter bis Null. Heute erfahre ich per Mail, dass ich vielleicht einen Artikel schreiben soll, der das Jubiläum irgendwie beschreibt. Ich bin ja so offline, das ist der Wahnsinn. Hätte ich das damals vor sechs Jahren gewusst.

Heute vor sechs Jahren war ich achtzehn Jahre alt, in der elften Klasse auf dem Wirtschaftsgymnasium (oh mein Gott!) und wusste nicht, wo mich das Leben hinbringen wird. Ich erzählte Euch alles über mich, meinen damaligen Freund, meine Geschwister und das ich unglaublich gerne Zelda spielte. Ich schrieb Artikel über Themen, die ich ich heute verabscheue – diese Tagebucheinträge, was ich den Tag über gegessen hatte – und finde, dass ich unglaublich erwachsen geworden bin. In noch mal sechs Jahren lache ich darüber.

Heute vor drei Jahren war ich einundzwanzig Jahre alt, zog das erste Mal von zu Hause aus, und begann meine Ausbildung. Ich erzählte Euch alles über mich, meine Arbeit, dass wir Bier ab fünf tranken und ich das erste Mal Nike-Schuhe von meinem ersten Gehalt kaufte (was meinen Vater unglaublich stolz machte, wahrscheinlich). Ich schrieb Artikel über Themen, die ich mich heute nicht mehr getraue zu schreiben – Artikel über die Arbeit, weil nicht jeder Arbeitgeber gerne darüber liest, und weil ich darüber nachdenken muss, wer diese Artikel in Zukunft liest.

Heute, vor etwas mehr als einem halben Jahr, bekam ich mein erstes volles Gehalt, zog ich in meine erste eigene Wohnung in eine Stadt, in die ich inzwischen liebe, die ich kennen gelernt habe, als ich voller Hoffnung war, voller Verzweiflung, fröhlich, am Boden zerstört, voller Liebeskummer und letztendlich voller Liebe. Und Angst. Wenn man erst mal irgendwo ankommt, ist die Angst trotzdem da, es zu verlieren.

Heute bin ich vierungzwanzig Jahre alt, sitze hier, vor etwas, das ich vor sechs Jahren durch Zufall erschaffen habe. Ein Blog, der schon sechs Jahre von diversen Leuten mitverfolgt wird, der nicht übermäßig populär wurde, aber auch nicht zu etwas, mit dem ich mich nicht mehr identifizieren kann. Ich liebe diesen Ort – hier zu schreiben. Alles Gute zum sechsten Geburtstag, Station57.

Gedenktag des Tages: Maria Königin.

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Das Jubiläum

22. August 2010 um 01:11 Uhr

Blogosphäre, Ego & I, Station57

30

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manchmal kommt man an einen Punkt, wo man so nicht zufrieden ist, wie alles läuft. Und das, obwohl sich prinzipiell nichts verändert hat.

Mir geht es so mit diesem Blog. Schon komisch, ich schreibe hier seit sechs Jahren regelmäßig. Ich meine, das muss man sich mal vorstellen. Sechs Jahre. Sechs Jahre privates Zeug. Ich habe ein viertel meines Lebens mehr oder weniger schriftlich festgehalten.

Ich liebe das Schreiben. Es ist meine persönliche Ausdrucksform, die Form, in der ich mich am liebsten mitteile. Andere malen, machen Musik, ich schreibe. Ich liebe das Schreiben, weil ich auf diese Art und Weise erzählen kann, was ich fühle. Was ich erlebt habe. Und – weil ich zugegebenermaßen nicht besonders wortgewandt bin, wenn es um das gesprochene Wort und komplizierte Dinge geht.

Wenn ich jetzt so zurückschaue und meine Einträge lese, scheint mir irgendwie alles so trivial. Und gleichzeitig so herrlich erfrischend. Ich habe vor mehreren Jahren einfach geschrieben, ohne nachzudenken. Und das ist das, was meine Blogeinträge immer ausgemacht hat. Dieses Unkomplizierte.

Ich habe nicht darüber nachgedacht, wer das liest. Ich habe nicht darüber nachgedacht, wer was über mich denken könnte. Und gleichzeitig erscheint mir das Geschriebene so weit weg, als hätte ich einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Als wäre ich über Nacht erwachsen geworden (was natürlich Unsinn ist).

Ich habe festgestellt: Ich kann nicht mehr so schreiben. Es ist einfach weg. Irgendwie ist diese Leichtigkeit verloren gegangen. Es ist in letzter Zeit so viel passiert, es hat sich viel ereignet, dass alles andere banal wirkt. Und das lässt keinen Platz, mich mit den kleinen, einfachen Dingen zu beschäftigen, zumindest momentan nicht.
Eigentlich nicht ganz übel. Oft fühlte ich mich hier wie das kleine Mädchen, dem alles Mögliche an ungeschickten Dingen passiert. Dinge, die jedem passieren. Die aber nicht jeder so breit tritt. Das führt schnell zu einem Bild von einem naiven ungeschickten Ding. Das ist lustig. Manchmal. Manchmal auch nicht. Je nach Stimmung.

Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn: Ich weiß manchmal gar nicht mehr recht, wie ich hier mit diesem ganzen Dings umgehen soll, was ich schreiben will, wie ich es schreiben will. Deswegen bleibt der Blog gerade auch ab und an für mehrere Tage unbefüllt.
Ich habe manchmal Lust, ganz von vorne anzufangen. Thematik anders, Name anders, alles anders. Ich vergleiche das ein bisschen wie umziehen in eine neue Wohnung: man braucht einfach mal eine neue Umgebung, um sich irgendwie neu zu definieren und zu wissen, was man will. Oder Auszeit.

Ich weiß jetzt gar nicht genau, was ich damit sagen wollte. Ich denke, man kann gut herauslesen, dass ich unschlüssig bin. Ich lass das einfach mal so stehen.

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Wie, wo, was. Veränderung.

9. Juni 2010 um 19:33 Uhr

Ego & I, Station57

20

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ich dachte, das mit den Retro-Wochen sei eine gute Idee. War sie auch, bis zu diesem ekelhaften Pink-Retro-Theme Nummer achtzehn. Das anzuschauen schmerzt mehr, als sich den ganzen Tag den Kopf gegen die Wand zu hauen und David Hasselhoff hören gleichzeitig.

Deshalb wieder das aktuellste Kleidchen. Und noch etwa zweieinhalb Monate bis zum Jubiläum und neuem Theme. Dankeschön.

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Back to the roots.

3. Juni 2010 um 11:33 Uhr

Station57

11

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ausbildung/Berufsschule: Meine (Ex-)Klassenkameraden stecken derzeit mitten in ihren Abschlussprüfungen – ich wünsche allen viel Erfolg, die Themen sind die Prüfung echt gefühlt mieser als die letzten. Außerdem wünsche ich den ganzen Mediengestalter-Bloggern wie Marcel und Michi gutes Gelingen – tschakka!
Und während alle anderen noch pauken, habe ich mein erstes halbes Jahr Berufserfahrung gesammelt und irgendwie fühlt sich das nicht großartig anders an. Ich dachte eigentlich, die regelmäßige Schulzeit würde mir fehlen – aber kein Stück. Willkommen im Leben.

Ärgernis: Ich ärgere mich gerade nicht, ich bin glücklich.

Blogosphäre: Ja, ich muss zugeben, hier hat sich doch einiges geändert. Während ich mich früher in meiner Internet-Umgebung sehr wohl gefühlt habe, kommt es mir immer mehr vor, als gehörte (privates) Geschreibsel nicht mehr wirklich dazu. Das scheint wohl out zu werden. Themen wie Mode, Fotografie, Musik und Medien boomen. Oder polarisierender Kram, wo man so manche Grundsatzdiskussionen beginnen könnte. Oder übertrieben auffallen.

Die Welt/Musik: Wir sind Gewinner des Eurovison Song Contests 2010. Das ist fantastisch. Ich kenne Lena Meyer-Landrut von Blogeinträgen, Facebook und Twitter. Nie gehört oder mal gesehen. Hype ging mir dennoch derbe aufn Sack. Von Nicole habe ich immerhin MP3s. Schande über mich. Da sie jetzt aber auch haushoch gewonnen hat, habe ich mir mal ihren Song „Satellite“ gegeben – und kann endlich mitreden. Sie scheint ziemlich schlagfertig zu sein. Das ist cool. Also Glückwunsch und so. Da will ich echt nicht so anti sein. (Hör den Song ja jetzt nicht tausend Mal im Radio – wenn bisher noch nicht, dann auch in Zukunft nicht.1)

Ego & I: Ich habe mich bei Facebook abgemeldet. Jetzt, nach einem knapp halben Jahr, ist damit auch mal gut – wie bei allen Social Communities, denen ich irgendwann mal beigetreten bin. Gründe gibt es genug. Unter anderem dieses ständige Abhängen in Facebook (macht man ganz automatisch wenn man mal Leerlauf hat), dieser Drang, ständig da aktiv zu sein und ständig alles kommentieren zu müssen … Profilierung … Schwanzvergleich. Ihr wisst. Ich möchte Kontakt zu meinen Leuten (und in Facebook habe ich es ja letztendlich auf Leute beschränkt, zu denen ich auch persönlichen Kontakt habe) generell mehr aufs Persönliche ausweiten und weniger im Internet abhängen. Ich bin ja so im Wandel. (Morgen werde ich Veganer und übermorgen setze ich mich an den Bahnhof und demonstriere gegen Stuttgart 21.)

Kurz & knackig: Meine Philips G7000 kam endlich an.

Station57: Diese Retro-Wochen werden immer schlimmer. Das aktuelle Layout ist einfach nur so was von zum Reintreten und hinterher Draufspucken, ganz furchtbar.

Wohnen: Ich bräuchte mal so eine kleine IKEA-Lampe. Oder einen Lampenschirm. Vielleicht auch beides.

Zitate: „Es ist schön, jemanden zu haben, der einem dabei hilft, sich selbst besser leiden zu können.“ (Six Feet Under)

Gedenktag des Tages: Weltnichtrauchertag.


  1. Drei Mal „nicht“. Wohoo.

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Kategorischer Rückblick VII

31. Mai 2010 um 10:51 Uhr

Ego & I, Station57

17

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