Archiv der Kategorie Ego & I

da es viele immer wieder verwundert, wenn sie mich auf meinem neuen Blog finden, sollte ich vielleicht doch mal einen Link setzen. Also, hier ganz offiziell: Ja, mich gibt es wieder! Und zwar hier.

(Oh, diese Wordpress-Backend sieht echt … so verdammt alt aus.)

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„Neuer“ Blog.

9. Oktober 2012 um 09:43 Uhr

Blogosphäre, Ego & I

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Ende.

irgendwann kommt man an den Punkt, wo einem die alten Klamotten nicht mehr passen. Den Satz kann man wohl auf ziemlich alles im Leben übertragen, und das einzusehen und letztendlich was dagegen zu tun – das sind zwei Schritte, die ziemlich weit auseinander liegen.

Sich das einzugestehen und damit mehr als sechs Jahre hinter sich zu lassen ist schon schwer. Ich meine, allein schon, was in dieser Zeit alles passiert ist – ein viertel meines Lebens steckt in dieses Worten, in diesen 977 Artikeln. Von der „unbeschwerten Achtzehnjährigen“, die ich zu Beginn war, bis jetzt, wo ich – ich weiß nicht, wie ich es mit den richtigen Worten formulieren soll – Dinge erfahren habe, die wunderschön, irgendwie anders und gleichzeitig sehr traurig gewesen sind. Irgendwie ist ein Stück Leichtigkeit gegangen, vielleicht auch Naivität – was nicht heißt, dass ich schweren Herzens durch die Gegend ziehe, ganz im Gegenteil – und ein Stück mehr Ich zurückgeblieben.

Ich habe mich lange dazu verleiten zu lassen, am Alten hängen zu bleiben, vielleicht noch etwas herauszuholen. Aber Fakt ist, dass es nicht mehr möglich ist. Dass es mir hier nicht mehr gelingt, ehrlich zu bloggen – und damit meine ich, wirklich die Dinge zu schreiben, die ich so meine, die ich empfinde und auch, die mich und meine Person widerspiegeln – liegt daran, dass ich gerade versuche, mich in eine Hülle zu quetschen, die mir nicht mehr passt.

Ich bin aus diesem Blog herausgewachsen.

Ich merke, dass die Zeit gekommen ist, um etwas zu ändern. Mich weiterzuentwickeln. Sich zurückzuziehen, und dann, wenn die Zeit reif ist, wieder da zu sein. Vielleicht nicht so, wie man es gewohnt ist oder kennt, aber so, dass ich wieder die richtigen Worte finden kann.

Dieser Blog wird geschlossen und bleibt es auch. Und mit ihm geht eine wunderschöne, lange Zeit zu Ende.

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Ende

31. Januar 2011 um 20:43 Uhr

Ego & I, Retrospektive, Station57

60

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… als ich noch ziemlich cool aussah.

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Ich …

12. Januar 2011 um 17:59 Uhr

Ego & I, Retrospektive

19

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man sagt ja immer, dass Eltern, deren Kinder alle ausgezogen sind, sich einer Art Wandel unterziehen. Bei uns war es nun am Wochenende so weit, und irgendwie ist es komisch – war man selbst doch gestern erst fünf – und alles so weit weg, so zog mein jüngster Bruder am Freitag aus, um ein Jahr in Kenia zu verbringen.

Das kommt alles aber auch so schleichend. Erst meine Schwester, dann ich, dann mein Bruder, und nun der letzte. Nach fünf Jahren des langsamen Wandels ist das Haus nun leer.

Mein Vater war in den letzten Tagen merklich trauriger geworden, und erst jetzt fällt mir wirklich auf, wie das eigentlich sein muss. Ich wuchs einundzwanzig Jahre zusammen mit meiner Familie auf. Und ist man erst mal von dort weg, fällt einem erst auf, was es bedeutet, wirklich daheim zu sein – umgeben von Menschen, die einen besser kennen, als irgendein anderer.
Und wenn man erst mal die Hälfte seines Lebens damit verbracht hat, seine Kinder aufzuziehen, fällt es wohl doppelt schwer, sie gehen zu lassen.

Der Abschied meines Bruders war ziemlich seltsam. Irgendwie ist man unter Geschwistern nur eine Einheit, wenn alle da sind. So bald einer fehlt … fehlt halt irgendwas. Man nimmt das oft als selbstverständlich hin, aber in so einer Situation merkt man erst, wie besonders eine Beziehung zu der Familie sein kann.

Nach zwölf Stunden Flug und Fahrt kam er im warmen Kenia an. In einem Jahr kann viel passieren – muss komisch sein, ein Jahr lang weit weg von daheim zu sein.

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Der letzte Schritt

3. Januar 2011 um 09:06 Uhr

Bizarres/Komisches, Ego & I

12

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Ich, als ich noch jung war.

das Schlimme am Offlinesein ist ja, dass man sich immens schnell daran gewöhnt. Irgendwann geht es mir am Arsch vorbei, was diverse Blogs für Kleinkriege führen, was sie schreiben, ob sie ständig präsent sind oder nicht. Und überhaupt – mich zieht es gerade überhaupt nicht an den Rechner, was unter anderem aber auch daran liegt, dass sich mein Laptop langsam aber sicher aufhängt, der Sack.

Fing an mit der Tastatur, ging über zum Akku, über das DVD-Laufwerk bis hin zum Nicht-mehr-lesen-können von externen Geräten. Das iPhone ist momentan mein einziger Kontakt zur Außenwelt. Und somit krieche ich wieder zurück in meine Steinhöhle und komme nur noch ab und zu raus, um Holz für mein Lagerfeuer zu sammeln, damit ich ein paar Eichhörnchen grillen kann.

Mit was ich mich sonst beschäftige?

Ich hab neulich beispielsweise ein bisschen in meinem Keller gewühlt, und zwar in dem Zeug, das ich vor vier Jahren in meine Umzugskartons packte, als ich von zu Hause auszog. Der Grund war, dass ich endlich einen Walkman bekommen habe, und nun Kassetten brauchte, die ich damit auch anhören kann. Neben meiner Blasmusik-Kassette von Juni 1997 entdeckte ich auch etliche Fotos, Tagebücher und Dinge, von denen ich Euch nichts erzähle, weil das total pervers wäre.

Eines der Fotos ist das hier im Artikel, aufgenommen vor ziemlich genau zehn Jahren. Merkmal noch immer: Augenringe und dieser bestimmte Silberblick.

Auch meine Kassetten-Sammlung ist der absolute Hammer. Meine Geschwister und ich haben uns ja immer unglaublich gerne selbst aufgenommen, und während man das Rattern der Kassette in der Aufnahme hört, erzählen wir absolutes absurdes Zeug und tun so, als ob wir im Radio wären. Sehr amüsant war auch, als ich stundenlang Textpassagen aus meinem Englischbuch der fünften Klasse vorlas und aufnahm, Hauptfiguren waren Asif Ahmed, ein Inder, und Claire, die sich immer darüber stritten, welcher englische Verein besser ist: Manchester United oder Manchester City. Asif Ahmeds gibt es übrigens sehr viele, und wenn ihr wissen wollt, wie Asif Ahmeds aussehen, müsst ihr einfach mal googeln.

Meine Englischkünste haben sich seit der fünften Klasse irgendwie auch wieder zurückentwickelt. War gestern bei uns doch tatsächlich ein Postbote, der nur Englisch sprach, und zwar mit einem Akzent, dass ich dachte, ich treffe Asif Ahmed höchstpersönlich. Hab den nicht verstanden, und das, obwohl ich vor wenigen Sekunden noch bejahte, dass ich Englisch verstehe. Ich hörte die ganze Zeit nur „New York, New York“, und als er mir das Paket in die Hand drückte, verstand ich erst, dass es Retour kam.

Aber gut, meine Englischkenntnisse sollen hier jetzt nicht an vorderster Stelle stehen, sondern meine verzwickte Vergangenheit. Vor genau zehn Jahren hatten wir in der Schule auch das Thema „Wie bewerbe ich mich“, was ziemlich das langweiligste Thema in Gemeinschaftskunde ist, das man haben kann. In diesem Zuge haben wir dann irgendwann mal einen mehrstündigen Ankreuz-Test gemacht, der uns zeigen soll, welche Eigenschaften wir so haben, und was beruflich dazu passt. Fand also den Wisch dazu, der unsere Ergebnisse zusammenfasste:
Während meine Schlüsselqualifikationen Eigenschaften freilegte von wegen „6 Prozent Kontaktfreude“, „88 Prozent Verständnis“ oder „18 Prozent Belastbarkeit“, waren meine Interessen klar ausgeprägt: „100 Prozent EDV/Computer“ und 88 Prozent für meine künstlerische Ader. Ich hätte nach deren Ansicht Fachinformatiker werden sollen, und kann sagen, dass jeder Programmierer froh sein kann, wenn er mich nicht zum Azubi hat. Nun ja, immerhin habe ich nach dem Test nicht ganz den Beruf verfehlt. Und introvertiert, ohne jegliche Kontaktfreude und labil bin ich ja immmer noch, und wie man sieht, kriege ich trotzdem was hin.

Lange rede, kurzer Sinn: Ich bin überhaupt nicht mitteilungsbedürftig und kriege die Feiertage bestimmt auch ohne das Internet rum. Denke ich. Wenn nicht, fange ich wieder an, Topflappen zu häkeln, den Keller hab ich so gut wie durch.

Gedenktag des Tages: Nationalfeiertag in Japan.

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