Karte

hier ein kleiner Einblick in ein kleines Projekt, an dem ich beteiligt bin. Seit Montagabend bin ich da nun dran, hatte Freitag auch frei, um mich völlig an der Deutschlandkarte austoben zu können. Dafür hätte ich schon alleine zwanzig Bier gebraucht, um den Schmerz zu verdrängen – denn färbt mal über fünfhundert Großräume in Deutschland ein, fasst sie zusammen, oder teilt sie. Das Fehlen der zwanzig Bier hat sich extrem auf mein Äußeres ausgewirkt, ich sehe inzwischen unvorzeigbar aus. Also so wie immer.

Weil ich gerade total viel am Rechner abhänge und arbeite, habe ich meine Sozialkontakte auch stark vernachlässigt, weshalb ich heute Abend noch kurz bei einem Geburtstag vorbei schauen werde, damit ich mal wieder unter Menschen komme und somit einen Grund zum Duschen habe. Davor haue ich mir vom Chinesen gegenüber noch eine Runde in Glutamat getränktes Essen rein, damit ich wieder von etwas anderem Magenschmerzen bekomme, als von meiner Laktoseintoleranz.

Schon lange keine Party mehr gehabt. Die nächste ist erst wieder nächstes Wochenende, am achtzigsten Geburtstag meiner Oma. Bei Familienfeiern steppt ja eh immer der Bär. Ach was sage ich, eine ganze Herde von Bären. Und weil das so spannend ist, hatte meine Mutter die hervorragende Idee, eine Art Playback-Show mit Liedern aus dem letzten Jahrtausend zu veranstalten, wofür ich natürlich sofort Feuer und Flamme war – mit Vicky Leandros „L‘amour est bleu“ oder so. Nicht.
Mir ist es ja immer schleierhaft, was alle so geil an diesen Gedichten finden, die auf jeder Familienfeier irgendwo aufs Alter angepasst aufsagt werden oder eben diese, hm, Schauspiele. Noch schlimmer ist es aber, wenn jemand seine Gitarre auspackt und was singt, aber gar nicht singen kann. Vielleicht deshalb auch die Idee der Playback-Show. Mhm.

Mein Plan für dieses Jahr ist, meiner Oma alle halbe Stunde Schnaps in ihr Wasser unterzumischen, dann wird’s vielleicht noch richtig lustig. Wenn das nicht hilft, trink ich ihn einfach selbst und nehme dann vielleicht sogar noch an der Playback-Show teil. Könnte sogar noch lustiger sein. Fragt sich nur, für wen. Wir werden sehen, ich werde berichten.

Jetzt setze ich mir meine Mütze auf, um meine Haarpracht zu verdecken, damit der Chinese mich nicht gleich wieder aus seinem Imbiss schickt, weil er denkt, ich sei ein Obdachloser, der einen seiner Kois klauen will, um ihn bei Nacht über seiner brennenden Tonne zu grillen.

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Ein kurzer Zwischenruf

13. November 2010 um 17:30 Uhr

Arbeit, Bla... Bla... Bla...

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водка!!

willkommen zurück zum Schauplatz Bad Cannstatt, dort, wo man noch wegen Wodka in Häuser einbricht.

Heute habe ich mal wieder ein bisschen mein Leben organisiert, und mir ein neues Girokonto bei der BW Bank eröffnet. Mein altes Konto habe ich schon bestimmt seit über zwanzig Jahren bei der Volksbank in Göppingen – was mich fast schon ein bisschen wehmütig stimmt. Ich komme aber nicht dazu, mir da irgendwie was zu organisieren, wenn ich von dort etwas brauche (zur Bank in Stuttgart kann ich da leider nicht gehen, die Volksbanken sind da relativ unflexibel), weil ich unter der Woche eigentlich nie in die Heimat fahre.

Ich habe beispielsweise letztes Jahr irgendwann mal meine Fahrkarte an einem DB-Automaten mit Karte zahlen wollen, hab ich dann auch versucht, und aus mir unerklärlichen Gründen zwei Mal die PIN falsch eingegeben. Seitdem kann ich nichts mehr mit Karte irgendwo zahlen, aber da ich unter der Woche eben mal nicht fünfzig Kilometer nach Göppingen fahre, um mir meine Karte „entsperren“ zu lassen, ließ sich das bis heute nicht regeln. Doof.

Also bin ich heute in eine BW Bank gegangen, um mir ein Girokonto eröffnen zu lassen. Der Berater am Schalter wollte mir noch alles andere andrehen – Rentenversicherung, Kredite und am besten gleich noch die Sparbücher meiner noch nicht existierenden Kinder, hab aber dankend abgelehnt, er konnte schließlich nicht mal meinen ihm diktierten Nachnamen und Straße fehlerfrei ins Formular eintragen. Ein junger Mann hat mich dann sieben Mal auf diversen Unterlagen unterschreiben lassen, bot mir auch noch diverse andere Versicherungen an, die ich aber wieder dankend ablehnte, und nun bin ich stolzer Besitzer eines BW-Bank-Kontos, das ich auch über Telefon-Banking mit einem fantastischen Passwort, das den Berater zum Kopfschütteln brachte, steuern kann.

Jetzt werden die Millionen von meinem total kostenfreien Volksbank-Konto1 auf das neue übertragen, das mich zwei Euro fuffzich im Monat kostet. Und weil ich gerade schon dabei bin, eröffne ich mir noch ein Tagesgeld-Konto, werde mein Sparbuch schließen, und die Lebensversicherung, angelegt von meinem Vater, gleich auf mich umschreiben lassen.

Und morgen borge ich mir einen Kredit, und übermorgen bau ich mein Haus am See.


  1. Man kennt sich ja, bei mir im Dorf, und dann gibt man dem Banker eben ein, zwei Bier aus, und der schaltet das mit den Kontogebühren ab. Ich hatte damals noch kein Geld für Bestechung, deshalb hat in meinem Fall hat mein Vater den Banker zusammengeschissen, wie man damals einer armen Schülerin wie mir, mit ’nem Fuffi Taschengeld jeden Monat, acht Euro Kontogebühren monatlich abziehen könne. Seitdem war da alles umsonst für mich.

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Tschüss Volksbank, hallo BW Bank.

12. November 2010 um 15:15 Uhr

Ego & I

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Stadtbahn vs. Auto

gestern hatte ich, nach so richtig langer Zeit, total Pech mit meinem Weg von Cannstatt nach Ostfildern. Als erstes verpasste ich meine S-Bahn – eigentlich weniger dramatisch, weil ich dann zwei Minuten einfach mit der Stadtbahn fahren kann, aber als ich an der Stadtbahn-Haltestelle ankam, dachte ich mir auch erst mal so: „WOAH!“ und dann „FUCK! Das tut doch weh!“ Ich tastete mich noch ab, ob noch alles dran ist – dann überquerte ich fix die Straßenseite zur Station, bevor mich eine der vielen Feuerwehrautos auch noch mitnahmen.

Eine Mitvierzigern aus Hamburg dachte sich wohl, dass sie mit ihrer kleinen Karre direkt mal – ohne zu schauen, über einen Bahnübergang fahren kann (was eigentlich verboten ist (aus gutem Grund)): War aber eine doofe Idee, und ohne noch mal nach hinten zu schauen gleich doppelt, so dass ihr die Bahn eben mal wirklich ganz dezent (!) in das Auto fuhr, und es knapp zwanzig Meter über die Schienen schleifte. Die Gute kann froh sein, dass ihr und dem Mitfahrer nicht mehr passiert ist, als schwer verletzt zu sein. In dem Auto hätte ich jedenfalls – nach dem ersten Blick – nicht sitzen wollen. Totalschaden.

Meine Stadtbahn fuhr dann natürlich weder in die eine noch in die andere Richtung, nahm dann eine halbe Stunde später, nachdem mir alles abgefroren ist, die S-Bahn zum Hauptbahnhof. Am Hauptbahnhof war irgendwie auch einiges los (Montagsdemo und so Kram), so dass die Bahn von dort aus auch eine Viertelstunde mehr als geplant auf sich warten ließ. Kaufte mir aus Frust einen „Spiegel“ (der mal wieder so eine Mann-Frau-Klischee-Geschichte abspeiste), weil mein iPod natürlich auch keinen Akku mehr hatte und ich die Zeit mit irgendwas überbrücken wollte, und setze sich mich neben Stuttgart-21-Schilder haltende Endfuffziger. Dolle Wurst. Hab dann letztlich auch nur die kursiv geschriebenen Passagen im Spiegel-Hauptartikel gelesen und mir noch die Statistiken angesehen, die unter anderem behaupteten, dass Frauen am liebsten mal mit Günther Jauch ausgehen würden.

Als meine Bahn endlich kam, war ich überglücklich, bis zu dem Moment, an dem ich herausfand, dass an meiner Strecke Bauarbeiten gemacht wurden und ich irgendwann aus der Bahn in den Bus steigen musste. Glücklicherweise hatte ich an dem Tag mittags was Deftiges zu essen, somit waren noch einige Glückshormone noch kräftig am Wirken und konnten meinen Unmut mit ansetzendem Fett wettmachen.

Um es mal in Zahlen auszudrücken: für eine Strecke von eigentlich einer halben Stunde brauchte ich eineinhalb Stunden. Nun ja, schlimmer geht ja bekanntlich immer, somit war ich mal so frei, glücklich zu sein, dass ich überhaupt ankam. Genüsslich biss ich einige Minuten später in meinen Burger.

Gedenktag des Tages: Tag der Erfinder.

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Verkehrsbedingte Beeinträchtigungen, oder so.

9. November 2010 um 21:30 Uhr

Stadt, Ärgernis

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Schuhe am Bahnhof.

mein langes Wochenende war prall gefüllt mit aufräumen, putzen und einer Top-Planung, wie sie nur von mir stammen kann.

Samstag habe ich die Zeit dazu genutzt, endlich mal wieder meine Bude auf Vordermann zu bringen. Ich verbringe da momentan ja recht wenig Zeit drin, weshalb es mich in der letzten Zeit auch nicht sonderlich interessierte, wie es dort aussieht. Da aber eine Freundin von mir vorübergehend einzieht, weil sie aus ihrer Wohnung musste, aber noch keine neue hatte (Wohnungen in Stuttgart suchen ist außerordentlich scheiße), dachte ich, dass ich das der Guten nicht antun kann. Habe also geschrubbt, gespült und mir endlich mal einen anständigen Staubsauger besorgt, und nun sieht das Ding aus wie neu. Und der alte riesige Rattenkäfig ist ab morgen auch weg, schön eine Anzeige zum Verschenken aufgegeben – der hat schließlich auch die Hälfte des Platzes meiner Mini-Wohnung eingenommen.

Sonntag wollte ich eigentlich in die Heimat fahren, stieg also in den Zug, und hatte sozusagen ein Mantra, das ich mir immer wieder selbst sagte: „Verpasse den Ausstieg in Waiblingen nicht, verpasse den Ausstieg in Waiblingen nicht.“ Aufmerksame Twitter-Follower wissen, dass ich dadurch schon fast meinen Körper in zwei geteilt hätte – ich sprang damals nämlich in letzter Minute aus der S-Bahn, und blieb halt einfach mal so dezent in der Tür stecken. Das war sehr peinlich, da der Zug nicht weiterfahren konnte. Und sonderlich bequem war das auch nicht. Na ja, nach einigen Minuten, gefühlte Stunden, befreite ich mich und beschloss, mir so ein Dilemma in Zukunft zu sparen. Hab ich jetzt ja auch, dafür hab ich den Ausstieg verpasst. Und wer sonntags öfter mal in Käffer fährt, wo man nach dem Bahnhof noch mit dem Bus weitertuckern muss, weiß, wie beschissen da die Verbindungen sind. Kurzum: Nach Hause zu fahren hätte sich nicht mehr gelohnt. Da war das also auch gegessen.

Abends fand ich mich dann gegen zehn zur Kneipentour im Irish Pub in Stuttgart ein. Ein paar Beck’s, ein paar Kurzen und einige Kneipen später, war ich schon gut dabei, obwohl ich eigentlich nur auf „ein, zwei Bier“ vorbeikommen wollte. Irgendwie haben der Mann und ich es auch geschafft, bei der letzten Kneipe aus Versehen den kompletten Tisch zu zahlen, warum auch immer. Gibt aber bestimmt jede Menge Karmapunkte.

Übrigens haben Sonntagabend tatsächlich einige Kinder nach Halloween-Manier Bonbons gesammelt. Bei uns haben sie auch geklingelt, wir haben aber nicht geöffnet, weil weder der Mann bereit war, seine Toblerone herzugeben, noch ich meine letzten Raffaelos, und wir sonst nicht auf den Abend vorbereitet waren. Ganz anders, schätzungsweise, in der Heimat.

Nachdem ich dann heute körperlich bedingt bis zum Mittag geschlafen hatte, wird es darauf hinauslaufen, dass das ein gemütlicher Abend wird. Und wenn man einen Mann im Hause hat, der sich quasi darum schlägt, kochen zu dürfen, und das auch gut kann – was will man mehr. Werde die nächsten Tage, dank der Vier-Tages-Woche, total verwirrt sein, aber das ist okay. Schließlich ist umso früher wieder Wochenende.

Gedenktag des Tages: Weltvegantag.

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Keineahnungwas

1. November 2010 um 19:24 Uhr

Stadt, Ärgernis

11

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ich esse ja sehr gerne und sehr viel, und inzwischen sogar vielfältig. Was ich wirklich sehr, sehr selten esse, sind Süßigkeiten und so Knabberzeug wie Chips, Kekse oder so was. Ich habe keine Ahnung warum, aber ich springe da gar nicht drauf an – ich kann da ohne Probleme daran vorbeigehen, ohne Heißhunger zu bekommen. Dafür bekomme ich den umso mehr bei altebekanntem Zeug wie Pommes oder Bier.

Na ja, dick werde ich deshalb trotzdem.

Bei mir ist es nämlich so: Ich bekomme etwa so zwei bis drei Mal im Jahr absolut Lust, mir irgendwas Süßes oder Salziges zu holen. Dann schlapp ich in den Supermarkt meines Vertrauens, kaufe mir eine Tüte Chips und eine Packung Raffaelo. (Ich mag Raffaelo, weil Raffaelo ohne Schokolade ist, weil ich eben kein Fan von Schokolade bin. Was auch gut ist, das nimmt mir nämlich die Entscheidung beim Auswählen der Süßigkeit ab.)
Das endet dann so, dass mir die Tüte Chips etwa zwei Wochen reicht, die liegt auf dem Tisch rum, und dann wird eben in regelmäßigen Abständen reingegriffen. Die Packung Raffaelo hingegen ist erst nach einigen Wochen völlig geleert, weil ich die im Schrank verstaue und vergesse, dass sie da liegt (weil da ja sonst nie was in der Richtung liegt).

Irgendwie falle ich da total aus dem Familien-Raster. Wenn ich nach Hause komme ist es nämlich meist so, dass man seine Süßigkeiten wirklich entweder a) schnell aufessen muss oder b) sie irgendwo versteckt. Das führt dann dazu, dass man zufällig irgendwann Schokobons im Bad im Wäschekorb findet oder so.

Gerade habe ich mal wieder so eine Phase, aber die verblasst so langsam. Dann ignoriere ich das alles weder gekonnt und völlig freiwillig. Wer also Interesse an Schokoladenvorrat um die Weihnachtszeit herum hat, darf mir gerne schreiben.

Gedenktag des Tages: Welt-Psoriasistag.

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Nein, meine Süßigkeiten ess ich nicht.

29. Oktober 2010 um 19:24 Uhr

Bla... Bla... Bla..., Ego & I

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